Buchempfehlungen / Literatur zum Thema Euthanasie und Zwangssterilisierung
Stand 24.11.11
Hier finden Sie eine Auswahl an Büchern / Literatur zum Thema Euthanasie und Zwangssterilisierung. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird demnächst weiter ergänzt.
Texte vorschlagen
Wenn Sie empfehlenswerte Bücher kennen, von denen Sie meinen, dass sie in dieser Rubrik nicht fehlen sollten, wären wir für Hinweise dankbar. Wir werden dies dann prüfen und eventuell aufnehmen.
E-Post: webmeister  ag-bez.de
Betreffzeile: Bücherliste BEZ
Eigene Literatur:
Lebensunwert - zerstörte Leben: Zwangssterilisation und "Euthanasie"
von Margret Hamm (Herausgeber)
Verlag: VAS-Verlag für Akademische Schriften
Broschiert: 254 Seiten
Auflage: 3., unveränd. Aufl. (Dezember 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3888643910
ISBN-13: 978-3888643910
Weitere Informationen und Bestellung auf der Verlagsseite
Sonstige Literatur:
| Geschichtlicher Hintergrund: |
Anerkennungskämpfe
Die Nachgeschichte der nationalsozialistischen Zwangsterilisation in der Bundesrepublik
Henning Tümmers
Verlag: Wallstein (Oktober 2011)
Gebundene Ausgabe: 349 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-8353-0985-2
Kurztext (Verlagsinfo)
Der jahrzehntelange Kampf um die Anerkennung eines Medizinverbrechens.
Etwa 360.000 Männer und Frauen wurden im »Dritten Reich« zwangssterilisiert. Henning Tümmers untersucht die Nachgeschichte dieser historisch beispiellosen »Erbgesundheitspolitik« und schildert den Kampf der Betroffenen um die Anerkennung ihres Leids.
Im Zentrum der Studie stehen die politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Frage, ob die Zwangssterilisationen ein »typisch nationalsozialistisches« und damit entschädigungsfähiges Unrecht waren. Der Autor zeigt, wie sehr das Fortwirken rassenhygienischen Denkens in der Bundesrepublik noch bis in die achtziger Jahre die Anerkennung und Entschädigung der Opfer behinderte. Mediziner und Juristen waren dabei die entscheidenden Experten, und viele von ihnen waren einst die tragenden Säulen der nationalsozialistischen Sterilisationspolitik. Wovon waren ihre Entscheidungen abhängig? Welche Faktoren beeinflussten über ein halbes Jahrhundert hinweg die Entschädigungsgesetzgebung? Über welche Handungsspielräume verfügte das Personal der Wiedergutmachung? Henning Tümmers macht die Möglichkeiten und Grenzen einer Gesellschaft deutlich, die im Prozess ihrer inneren Demokratisierung erst lernen musste, das Unrecht anzuerkennen, das an den Zwangssterilisierten begangenen worden war.
Über den Autor
Henning Tümmers, geb. 1977, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Eberhard Karls Universität Tübingen.
Der Geist des Gesetzes: Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und der Umgang mit den Opfern in der Bundesrepublik
Herrmann, Svea Luise & Braun, Kathrin (2010)
In: Kritische Justiz 2010 Heft 3, dort als PDF-Text abrufbar
Zwangssterilisation und Euthanasie in Essen
von Volker van der Locht
101 Seiten (1,2 MB)
Der Aufsatz "Zwangssterilisation und Euthanasie in Essen" von Volker van der Locht ist erschienen in:
Essener Beiträge
Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen, 123. Band 2010
Klartext Verlag, Essen 2010
Der Beitrag wird hier von der Arbeitsgemeinschaft Bund der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten (AG BEZ) online veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers und des Autors.
Zwangssterilisation im Nationalsozialismus
Studien zur Rassenpolitik und Geschlechterpolitik
Von Gisela Bock
Verlag: Monsenstein und Vannerdat, MV-Wissenschaft
Softcover, 502 Seiten
Auflage: 2. Aufl. Mai 2010, Nachdruck der Erstausgabe von 1986
ISBN: 978-3-86991-090-1
Sprache: Deutsch
Zum Inhalt:
Die Sterilisationspolitik des Nationalsozialismus war Bestandteil seiner umfassenderen Rassenpolitik: Rassismus als Politik der ›Ausmerzung‹ von ethnisch und eugenisch "Minderwertigen" zum Zweck der "Aufartung". Sie war auch Bestandteil seiner umfassenderen Frauenpolitik, denn diese bestand nicht so sehr in einer Geburtenförderung oder einem Mutterkult, sondern vor allem in staatlicher Geburtenverhinderung, konzipiert als "Primat des Staates auf dem Gebiet des Lebens". Im Zweiten Weltkrieg führte dieser "Primat" zur Politik des Massenmordes und zu neuen Methoden des "Geburtenkriegs". Die Arbeit behandelt Entstehung, Programm und Realisierung, Akteure und Opfer der Sterilisationspolitik und untersucht insbesondere ihre Bedeutung für Frauen und die Verschränkung der nationalsozialistischen Politik gegenüber "fremden Rassen" und dem "anderen Geschlecht".
Weitere Informationen und Bestellung auf der Verlagsseite
Verschwiegenes Leid
Der Umgang mit den NS-Zwangssterilisationen in der Bundesrepublik Deutschland
Dr. phil. Stefanie Westermann
Verlag: Böhlau-Verlag
Hardcover, 343 Seiten
Auflage: 1. Aufl. (2010)
ISBN: 978-3-412-20562-1
Sprache: Deutsch
Zum Inhalt:
Im Nationalsozialismus wurden 300.000 bis 400.000 Menschen zwangssterilisiert. Am Beispiel der Wiederaufnahmeverfahren von Erbgesundheitsprozessen in der Bundesrepublik zeigt das Buch auf, dass auch in der Nachkriegszeit noch eugenisches Gedankengut verbreitet war und dass eine von Juristen und Medizinern in Anspruch genommene Definitionshoheit über Lebensentwürfe von Zwangssterilisierten bis in die 1980er Jahre hinein herrschte. Darüber hinaus werden die Perspektive der Opfer sowie das lebenslange Leiden der Betroffenen an dem Eingriff, aber auch an dem gesellschaftlichen Umgang mit ihnen in der Bundesrepublik Deutschland skizziert.
Autoreninfo:
Dr. phil. Stefanie Westermann arbeitet am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der RWTH Aachen.
Weitere Informationen und Bestellung auf der Verlagsseite
Ergänzend dazu eine ausführliche Besprechung im Deutschen Ärzteblatt:
Medizingeschichte: "Trag ich bis ans Lebensende dieses Mahnmal, eine Gezeichnete"
Westermann, Stefanie
Eugenisches Denken und die Leiden der NS-Zwangssterilisierten nach 1945
Deutsches Ärzteblatt 2011; 108(11) 18.03.11
Staat, Macht und ärztliche Berufsausübung 1920–1956
Gesundheitswesen und Politik: Das Beispiel Saarland
Gisela Tascher
Verlag: Ferdinand Schöningh, Paderborn u.a.
435 Seiten
Auflage: 1. Aufl. 2010
ISBN: 978-3-506-76920-6
Sprache: Deutsch
Ausführliche Informationen auf der Verlagsseite
Ergänzend dazu eine ausführliche Besprechung im Deutschen Ärzteblatt:
Geschichte: Machtpolitische Gesichtspunkte
Kühl, Richard
Deutsches Ärzteblatt 2011; 108(11) 18.03.11
Ausgrenzung der Opfer - Eingrenzung der Täter
Andreas Scheulen
Berliner juristische Universitätsschriften, Grundlagen des Rechts, Band 24,
Verlag: Bwv - Berliner Wissenschafts-Verlag
293 Seiten
Auflage: 1. Auflage, 2002
ISBN: 978-3-8305-0299-9
Sprache: Deutsch
Ausführliche Informationen auf der Verlagsseite
Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens
Ihr Maß und ihre Form (1920)
Karl Bindin / Alfred Hoche
Mit einer Einführung von Wolfgang Naucke
Verlag: Bwv - Berliner Wissenschafts-Verlag (2006)
Juristische Zeitgeschichte, TB Band 1
Broschiert: 132 Seiten
ISBN: 978-3-8305-1169-4
Sprache: Deutsch
Ausführliche Informationen auf der Verlagsseite
Hungersterben in der Psychiatrie 1914-1949
Mit einer Topographie der NS-Psychiatrie
Heinz Faulstich
Verlag: Lambertus Verlag, Freiburg im Breisgau
Auflage: 1. Auflage, August 1998
Kartoniert/Broschiert, 756 Seiten
ISBN: 978-3-7841-0987-9
Sprache: Deutsch
Gesundheitsämter im Nationalsozialismus
Rassenhygiene und offene Gesundheitsfürsorge in Westfalen 1900-1950
Johannes Vossen
Düsseldorfer Schriften zur Neueren Landesgeschichte und zur Geschichte Nordrhein-Westfalens, Band 56
Verlag: Klartext Verlag
Erscheinen: 2001
536 Seiten
ISBN: 978-3-88474-984-5
Sprache: Deutsch
Ausführliche Informationen auf der Verlagsseite
Täter
Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden
Harald Welzer
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
Broschiert: 336 Seiten
Auflage: 4. Auflage, August 2007
ISBN: 978-3-596-16732-6
Sprache: Deutsch
Ausführliche Informationen auf der Verlagsseite
Fragwürdige Medizin
Unmoralische Forschung in Deutschland, Japan und den USA im 20. Jahrhundert
Gernot Böhme (Hg.), William R. LaFleur (Hg.), Susumu Shimazono (Hg.)
Verlag: Campus Verlag Frankfurt New York 2008
Reihe Kultur der Medizin, Geschichte Theorie Ethik, Band 23
302 Seiten
Auflage: 2008
EAN 9783593385822
Sprache: Deutsch
Verlagsinfo:
Nicht nur im nationalsozialistischen Deutschland, auch in Japan und den USA gab es im 20. Jahrhundert medizinische Verbrechen. In diesem Band entwickeln erstmals deutsche, US-amerikanische und japanische Forscher eine Gesamtperspektive auf diese fragwürdige Medizin. Dazu zählen etwa Humanexperimente der japanischen Armee in China und der Mandschurei, US-amerikanische Biowaffentests oder aber Versuche mit Radioaktivität zu Beginn des Kalten Krieges. Sie zeigen, welche Denkweisen und Ideologien diese medizinischen Verbrechen möglich machten oder sie gar rechtfertigten. Der Blick zurück ist die Voraussetzung dafür, unmenschliche Entwicklungen in der medizinischen Forschung künftig zu verhindern.
Ausführlichere Informationen auf der Verlagsseite
Tatkomplex: NS-Euthanasie
Die ost- und westdeutschen Strafurteile seit 1945 (2 Bände)
Hg. Von Dr. Dick de Mildt
Verlag: Amsterdam University Press
Gebundene Ausgabe: 1796 Seiten
Auflage: 2009
ISBN: 978-90-8964-072-7
Sprache: Deutsch
Ausführliche Informationen auf der Verlagsseite (nur in englischer Sprache)
Die Ermordung der Geisteskranken in Polen 1939-1945 / Zaglada chorych psychicznie w Polsce 1939 - 1945
Zdzislaw Jaroszewski (Hg.)
Verlag: Polnische Gesellschaft für Psychiatrie, Wissenschaftlicher Ausschuss für die Geschichte der Polnischen Psychiatrie, Warschau 1993
Hier: Paranus Verlag
249 Seiten, zahlreiche Fotos und Abbildungen
ISBN 978-3926200945
Sprache: Zweisprachig Polnisch / Deutsch
Zusammenfassung zusätzlich in Englisch und Französisch
Ausführliche Informationen auf der Verlagsseite
Psychiatrie und Gesellschaft in der Moderne
Geisteskrankenfürsorge in der Provinz Westfalen zwischen Kaiserreich und NS-Regime
Bernd Walter
Forschungen zur Regionalgeschichte Band 16
Verlag: Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1997
Gebunden: 1046 Seiten
ISBN: 978-3-506-79588-5
Sprache: Deutsch
"... die Blumen haben fein geschmeckt"
Das Leben meiner Urgroßmutter Anna L. (1893-1940)
Daniela Martin
Verlag: Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Dresden 2010
(Reihe: Lebenszeugnisse - Leidenswege, Heft 21)
112 Seiten
ISBN 978-3-934382-23-7
Sprache: Deutsch
Zum Inhalt (Quelle: Stiftung Sächsische Gedenkstätten)
Die Kölner Journalistin Daniela Martin berichtet in der gründlich recherchierten Biografie ihrer Großmutter Anna L. (1893-1940) über deren Krankenschicksal in über 20 Jahren Psychiatrieaufenthalt. Der Lebensweg wird vor allem anhand einer großen Zahl von persönlichen Briefen und Korrespondenzen nachgezeichnet. Das Leben der Anna L. fand schließlich ein gewaltsames Ende im Rahmen der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein.
Der Lebensbericht wirft gleichzeitig ein Schlaglicht auf die Situation von psychisch Kranken in den Jahren des Ersten Weltkrieges, der Weimarer Republik sowie während der NS-Zeit. Er macht auch die zunehmende Vernachlässigung und Unterversorgung der Kranken während des Nationalsozialismus deutlich. Damit beleuchtet er ein bisher kaum biografisch aufgearbeitetes Kapitel der Psychiatriegeschichte in Deutschland.
Der Autorin gelingt der Spagat zwischen ihrer Rolle als Hinterbliebene, die eine außergewöhnliche Empathie zum Schicksal ihrer Urgroßmutter erkennen lässt, und als Journalistin, die die objektiven Tatsachen auf der Grundlage von gesicherten Erkenntnissen darstellt.
Weitere Informationen auf der Buchwebseite der Autorin
Betriebsausflug in die Gaskammer
Bernhard Selting
Verlag: MDS-Verlag 2011
256 Seiten
ISBN: 978-3-9811121-2-2
Sprache: Deutsch
Klappentext:
Krankheitsbild "Schizophrenie" - eine häufige und leichtfertig gestellte Diagnose während der Zeit des Nationalsozialismus, und noch dazu eine äußerst folgenschwere. Denn nicht selten war sie für den Betroffenen ein Todesurteil. So auch im Falle Peter Verhaelen, der als Matrose noch den Ersten Weltkrieg überlebt hatte, dann aber in die Fänge der Psychiatrie geriet und getötet wurde.
Knapp 70 Jahre später macht sich sein Neffe, Bernhard Selting, auf, um die wahren Hintergründe von Peters Schicksal zu erfahren. Schritt für Schritt beschreibt er in der vorliegenden Familiengeschichte den grausamen Leidensweg seines Onkels durch die Euthanasie und die geschichtlichen Hintergründe, vor denen sich Peters zu kurzes Leben abspielte.
Über den Autor:
Bernhard Selting, geboren 1938, Dipl.-Ing., war 21 Jahre im Fahrzeugbau tätig, davon acht Jahre im Ausland. Danach arbeitete er fast zwei Jahrzehnte selbständig als Beratender Ingenieur. Mit dem Ruhestand fand er Zeit, sich näher mit seiner Familiengeschichte zu befassen, und begann mit den Recherchen für das vorliegende Buch.
Sperlingskinder
Faschismus und Nachkrieg: Vergessen ist Verweigerung der Erinnerung!
Antje Kosemund
Verlag: VAS-Verlag 2011
184 Seiten mit Fotos
ISBN: 978-3-89965-494-3
Sprache: Deutsch
Kurztext:
Antje Kosemund erzählt die Geschichte ihrer Familie. Ihre Erinnerungen und ihr Wirken bis in die Gegenwart sind Zeugnis für ein widerständiges Leben – gegen die Verdrängung der Wunden, die Faschismus, Kriegszeit und Nachkriegszeit bei vielen Opfern und ihren Angehörigen hinterlassen haben.
Das von der Autorin beschriebene Lebensbild reicht zurück bis zum November 1932, als die Hitler-Diktatur bereits ihre Schatten voraus warf. Die Verhaftung des Vaters Bruno Sperling durch die Gestapo im Mai 1933, die Ängste und Einschränkungen während der NS-Zeit wurden zu prägenden Erfahrungen.
Sie haben Antje Kosemund nicht entmutigt – im Gegenteil. Die letzten Worte der früh verstorbenen Mutter, »Pass gut auf die Kleinen auf«, wurden ihr zur Verpflichtung. Ein Schwerpunkt ihrer Geschichte ist daher die Gedenkarbeit für die lange vergessene Schwester Irma, die als Kind dem »Euthanasie«-Mordprogramm der Nazis zum Opfer fiel. Die Kraft und Hartnäckigkeit, die notwendig waren, um ihr und ihren Leidensgefährtinnen endlich einen würdigen Gedenkort zu schaffen, zeigt: Erinnerung kann befreiend sein!
Über die Autorin:
Antje Kosemund, geboren in Hamburg 1928, ist seit mehr als 20 Jahren im Landesvorstand Hamburg der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. aktiv. Außerdem ist sie Mitglied im Stiftungsrat des Auschwitz Komitees und im Beirat der Hamburger Stiftung für NS-Verfolgte. Seit etwa 20 Jahren hält Antje Kosemund Vorträge in Fach- und Gesamtschulen, Gewerkschaften und anderen Organisationen und setzt sich für ein würdiges Erinnern an die Opfer der Euthanasie in der NS-Zeit ein.
"Heimgeholt ins Reich"
Kindheitserinnerungen an die Nazizeit
von Waltraud Geckeler
Verlag: Verlag des Biographiezentrums
Gebundene Ausgabe: 79 Seiten
Auflage: 1. Aufl. 2010
ISBN: 978-3-940210-48-7
Sprache: Deutsch
Aus dem Klappentext:
Waltraud Geckeler ist vier Jahre alt, als sie 1933 bei Nacht und Nebel ihren Heimatort Winterkasten im Odenwald verlassen muss und mit ihrer Mutter nach Frankreich flieht. Der Vater findet als Euthanasie-Opfer der Nazis in Hadamar den Tod, während die Mutter wegen ihrer politischen Gesinnung denunziert wird. In Frankreich versucht die kleine Familie, sich wieder etwas aufzubauen und fasst vorsichtig Fuß. Doch nach neun Jahren, in denen aus Waltraud "Catherine" geworden ist und sie perfekt Französisch gelernt hat, wird die Familie als Reichsdeutsche vom Führer "heimgeholt".
Die Rückkehr nach Deutschland ist ein Schock für sie. Im Alter von einundachtzig Jahren macht Waltraud Geckeler sich daran, die ungewöhnliche Geschichte ihrer Kindheit aufzuarbeiten. Berührend und unmittelbar erzählt sie, wie sie zerrissen zwischen zwei Welten aufwuchs, oft nicht wissend, wohin sie eigentlich gehört.
Hugo. Der unwerte Schatz
Erzählung einer Kindheit
Von Tino Hemmann
Verlag: Engelsdorfer Verlag
Gebundene Ausgabe: 408 Seiten
Auflage: 3., überarb. Aufl. (5. August 2009)
ISBN-13: 978-3869015002
Sprache: Deutsch
Zum Inhalt: (Verlagstext)
Die Jagd eines Leipziger Professors nach dem Gehirn eines im Grunde genommen gesunden Kindes. – Dem sächsischen Schriftsteller Tino Hemmann gelingt mit seinem Roman "Hugo. Der unwerte Schatz" ein beeindruckendes Gemälde des Naziterrors, das zur Pflichtlektüre an den Schulen gehören sollte.
Ausführliche Informationen auf der Verlagsseite.
Anm.: Das Buch gibt es auch als Hörbuch bei Claudio.de.
Maries Akte - das Geheimnis einer Familie
von Kerstin Schneider
Gebundene Ausgabe: 286 Seiten
Verlag: weissbooks
Auflage: 1. Aufl. (8. September 2008)
ISBN: 978-3-940888-02-0
Sprache: Deutsch
Aus dem Klappentext:
Über Marie wird in der Familie nicht geredet. 19 Jahre alt ist die Autorin, als sie zum ersten Mal von der Existenz ihrer Großtante Marie erfährt. Sie wagt nicht nachzufragen. Da schlummerte etwas in der Familiengeschichte, woran man besser nicht rührte. Fast 20 Jahre später macht sich Kerstin Schneider, inzwischen Journalistin, auf die Suche nach ihrer Großtante Marie, von der sie inzwischen weiß, dass sie von den Nazis umgebracht worden sein soll. Bei ihrer Spurensuche stößt sie auf viele kleine, sorgsam gehütete Familiengeheimnisse... Am Ende der Spurensuche gelingt es der Autorin, Maries mutmaßlichen Mörder ausfindig zu machen, und sie enthüllt einen bislang unbekannten Skandal um einen NS-Verbrecher.
Leuchtende Irrsterne - Das Branitzer Totenbuch
"Euthanasie" in einer katholischen Anstalt
Text und Gedichte von Barbara Degen
Bilder von Adelheid Rost
Verlag: VAS-Verlag für Akademische Schriften 2005
228 Seiten
ISBN 3-88864-402-X
Sprache: Deutsch
Zum Buch: (Verlagsinfo)
Nach jahrelangem Suchen und Forschen hat die Autorin das Schicksal ihres Großvaters klären können, der 1941 aus der katholischen Heil- und Pflegeanstalt Branitz/Oberschlesien deportiert und wenige Tage später in Waldheim/Sachsen ermordert wurde.
Sie entdeckte, dass ihr Großvater aus einer polnisch-jüdischen Familie stammte; eine Tatsache, die in ihrer Familie mit noch größeren Schweigetabus belegt war als die Geisteskrankheit des Großvaters und seine Ermordung.
Bei Ihren Forschungen stellte sie auch fest, dass Branitz ab 1941 Reservelazarett wurde, in dem zeitweise über 5000 Soldaten untergebracht waren. Sie stieß auf die Tötung nicht nur geisteskranker, sondern auch lungenkranker Soldaten des 2. Weltkrieges und auf Medizinexperimente sowie Tötungen in der Anstalt selbst.
Die Stimme der Betroffenen, die aus den Patientenakten hörbar wird, nimmt einen breiten Raum ein und vermittelt ein bewegendes und widersprüchliches Bild vom Leben in einer psychiatrischen Anstalt. Damit will das Buch auch einen Beitrag zur Differenzierung und Vertiefung der Sicht auf die NS- Problematik der "Zwangssterilisation" und "Euthanasie" leisten.
Dort wo Tiefendimensionen der angeschnittenen Probleme mit den herkömmlichen wissenschaftlichen Methoden nicht mehr zu erfassen sind, hat die Autorin Gedichte geschrieben, die eine unmittelbar sprachlich-sinnlichere Ebene eröffnen.
Zur Autorin:
Barbara Degen, Dr.jur., geb. 1941, im Todesjahr ihres Großvaters, lebt und arbeitet in Bonn, u.a. als Rechtsanwältin, und ist bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen in ihren Fachgebieten "Betriebsverfassungsrecht", "Gleichstellungsrecht" und "Recht gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz". Sie ist Initiatorin des "Feministischen Rechtsinstituts" und arbeitet in der Initiative für ein "Haus der Frauengeschichte" in Bonn mit. 1974 und 1977 war sie wegen ihrer damaligen DKP-Zugehörigkeit von zwei Berufsverboten betroffen. Seit Mitte der 80er Jahre ist sie auch literarisch tätig und schreibt u.a. Kabarettprogramme ("Justitia kotzt!"). 2003 hat sie ihren ersten Gedichtsband "Die Brennesselzukunft" herausgegeben.
Weitere Bücher in dieser Liste folgen demnächst!
Nach oben
|