Aktuell 2018

Sie sind hier:»»Aktuell 2018
Aktuell 20182018-09-16T20:08:25+00:00

Aktuell 2018:

16.09.18: Aktionen gegen die geplante Widerspruchslösung bei Organspenden

Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei OrganspendenSeit Anfang des Jahres wird verstärkt über die Einführung einer Widerspruchsregelung bei Organspenden diskutiert. Das bedeutet, wer nicht zu Lebzeiten widerprochen hat, dem sollen automatisch Organe nach Feststellung des Hirntodes entnommen werden dürfen.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) macht sich seit September 2018 für diese Lösung stark. Allerdings sollen Angehörige noch eine Widerpruchsmöglichkeit eingeräumt werden, wenn keine Entscheidung vorliegt. Er nennt dies „doppelte Widerspruchslösung“. Dazu soll es bald einen fraktionsübergreifenden Gesetzenwurf im Deutschen Bundestag geben. Unterstützung bekommt er auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Zur Erinnerung: In Belgien wird seit geraumer Zeit bereits die Sterbehilfe mit einer Organspende verbunden. Zudem gilt der Hirntod in kritischen Fachkreisen nicht als Tod des Menschen sondern als unumkehrbarer Prozess im Sterben, der bei einer Organspende unterbrochen wird. Von Leichen kann man keine lebensfrischen Organe entnehmen.

Protest gegen den Gesetzesvorstoß

Im Zuge der Organspende-Debatte stellen viele Menschen die Frage, was man gegen die geplante Einführung der Widerspruchslösung tun kann. Das bereits 2011 gebildete „Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden“, das auch die AG-BEZ unterstützt, hat ein paar Infos zusammengestellt, die den persönlichen Protest erleichtern sollen. Auf der Bündnis-Webseite www.organspende-widerspruch.de finden Sie unter der Rubrik „Aktionen“ fünf ganz konkrete Tipps wie Sie helfen können, das Vorhaben zu stoppen.

» Zu den Aktionen gegen die geplante Widerspruchsregelung bei Organspenden auf www.organspende-widerspruch.de


25.07.18: Offener Brief: Zwangssterilisierungen und „Euthanasie“ waren massive Verletzungen der Menschenwürde und der Menschenrechte – der Richard-Wilmanns-Weg in Bielefeld muss umbenannt werden!

Seit geraumer Zeit wird in Bielefeld darüber debattiert, ob der Richard-Wilmanns-Weg in Bethel umbenannt wird, da dieser als Arzt in der Zeit des Nationalsozialismus viele Personen zwangssterilisiert hat, oft ohne deren Wissen (wie bei Dorothea Buck) oder gegen deren Willen. Die Zwangssterilisierungen sind für die Personen für ihr berufliche Zukunft, die Partner*innenwahl, die Familienplanung und das eigene Selbstverständnis eine massive Belastung gewesen.

Hierzu veröffentlichen wir den folgenden offenen Brief, unterzeichnet von namhaften Persönlichkeiten.

PDF Offener Brief: Zwangssterilisierungen und „Euthanasie“ waren massive Verletzungen der Menschenwürde und der Menschenrechte – der Richard-Wilmanns-Weg in Bielefeld muss umbenannt werden!
21.07.18, 2 Seiten, PDF-Format

Siehe ergänzend zur Debatte:

Debatte um Richard-Wilmanns-Weg
Grüne beantragen Umbenennung – Von Bodelschwinghsche Stiftungen sind dagegen
Westfalen-Blatt 13.06.18


13.06.18: Niedersächsisches Sozialministerium stellt Ergebnisse der medizinhistorischen Studie zu personellen Kontinuitäten in der Psychiatrie Niedersachsens nach 1945 vor

In Niedersachsen waren nach 1945 Ärztinnen und Ärzte tätig, die im Nationalsozialismus direkt oder indirekt an der Ermordung von Kindern und Erwachsenen mit psychischen Erkrankungen und geistigen Behinderungen beteiligt waren. Psychiater wie Willi Baumert, Leiter der zur Ermordung von minderjährigen Patienten bestimmten „Kinderfachabteilung“ in Lüneburg, und Ernst Meumann, Direktor der als Zwischenstation zur „Euthanasie“-Gasmordanstalt Bernburg/Saale dienenden Heil- und Pflegeanstalt Königslutter, konnten nach Kriegsende ihre Karrieren im niedersächsischen Landesdienst fortsetzen.

Weitere Täterinnen und Täter der „Euthanasie“-Morde an Erwachsenen und Kindern kamen in den 1950er Jahren an den niedersächsischen Landeskrankenhäusern in leitende Positionen oder konnten relativ ungestört in niedergelassener Praxis arbeiten. Das sind Ergebnisse einer vom Niedersächsischen Sozialministerium in Auftrag gegebenen und am 04.06.18 in Hannover vorgestellten wissenschaftlichen Studie.

Zum Bericht über die Ergebnisse der Studie


23.04.18: Fernsehfilm „Ich werde nicht schweigen“ am 07.05.18 im ZDF

Am 08.09.17 lief im Programm von arte der Fernsehfilm „Ich werde nicht schweigen“. Darin geht es um die die junge Mutter Margarete Oelkers in Oldenburg, die um ihre Kriegswitwenrente kämpft und auf eine dunkles Geheimnis der Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen stößt. Das Nachkriegsdrama, das auf dem 28. Internationalen Filmfest Emden-Norderney Premiere feierte, beruht auf wahren Tatsachen.

Der Film läuft erneut am Montag, 7. Mai 2018 um 20.15 Uhr im ZDF, als „Spielfilm der Woche“.

Zuvor am 06.05.18, von 18:45 bis 19:30 Uhr gibt es auf NDR im Magazin „DAS! Norddeutschland und die Welt“ einen Beitrag zum Film mit Interviews mit der Hauptdarstellerin, der Regisseurin Esther Gronenborn und dem Historiker Ingo Harms sowie mit Aufnahmen der Gedenkstätte Wehnen.

Weitere Informationen zum Fernsehfilm „Ich werde nicht schweigen“


01.03.18: Zeittafel zur Entschädigungspolitik für Zwangssterilisierte und „Euthanasie“-Geschädigte ergänzt / korrigiert

Ende 2016 haben wir eine umfangreiche Zeittafel zur Entschädigungspolitik für Zwangssterilisierte und „Euthanasie“-Geschädigte von 1953 bis heute veröffentlicht. Diese Zusammenstellung wurde nun ergänzt bzw. korrigiert und steht auch als PDF-Dokument zur Verfügung.

» Zur Zeittafel zur Entschädigungspolitik für Zwangssterilisierte und „Euthanasie“-Geschädigte


22.02.18: Petition gestartet: Anerkennung von „Asozialen“ und „Berufsverbrechern“ als Opfer des Nationalsozialismus

Vor kurzem wurde eine unterstützenswerte Petition gestartet: Der Deutsche Bundestag soll die von der SS „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ genannten ehemaligen KZ-Häftlinge als Opfer des Nationalsozialismus anerkennen.

Ausführliche Hintergründe und Zeichnungsmöglichkeit der Petition unter change.org


12.02.18: Wanderausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ vom 10.04. bis 17.05.2018 in Frankfurt am Main

Bild zur Wanderausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“. in Frankfurt/Main vom 10.04. bis 17.05.2018Vom 10.04. bis 17.05.2018 präsentiert in Frankfurt am Main der Arbeitskreis Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Frankfurt/Main in Kooperation mit der Akademie Rabanus Maurus, der Arbeitsgemeinschaft Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten und der Psychiatrischen Universitätsklinik die Wanderausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den ideologischen und institutionellen Voraus­setzungen der Morde an kranken und behinderten Menschen während des Nationalsozialismus. Sie rekonstruiert die Formen der Ausgrenzung, die Praxis der Zwangssterilisation ab 1934 und die NS-„Euthanasie“ selbst. Exemplarisch werden Opfer vorgestellt und ihre Geschichten erzählt. Parallel wird die Organisation der Tat, das Engagement der Täter und Tatbeteiligten untersucht. Teil der Ausstellung ist auch die Auseinan­dersetzung mit dem Geschehen nach 1945.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit zahlreichen begleitenden Veranstaltungen.

Zollamtssaal, Frankfurt am Main
10.04. bis 17.05.2018
Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr
Samstag & Sonntag 11 bis 17 Uhr

PDF Informationen zur Ausstellung und allen Veranstaltungen im Ausstellungsflyer (PDF-Format)


Tagung 31.01. – 01.02.2018: NS-Rassenhygiene, Zwangssterilisation, Krankenmorde – Regionale Perspektiven auf den Raum des heutigen Rheinland-Pfalz

Veranstalter: Landtag Rheinland-Pfalz in Verbindung mit der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz

Ort: Koblenz, Bundesarchiv

Zum Programm:
Unter dem Tarnnamen Aktion T4 wurde 1939 das sogenannte Euthanasieprogramm aufgenommen. Allerdings hatte der NS-Staat bereits 1933 damit begonnen, mittels des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ seine Vorstellungen von „Rassenhygiene“ in die Tat umzusetzen. Auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz bestand keine Vernichtungsanstalt. Aber die hiesigen psychiatrischen Einrichtungen waren für viele Patienten eine Station auf dem Weg in den Tod.

Zu Beginn der Tagung soll das Thema in seiner Gesamtheit dargestellt werden. Am zweiten Tag wird zudem der Umgang mit diesem Kapitel der NS-Geschichte in der Bundesrepublik Deutschland thematisiert werden. Enden wird die Tagung mit einem Vortrag über Sterilisationen nach 1945, denn Eugenik ist keineswegs nur ein Thema von gestern.

PDF Zum ausführlichen Programm im PDF-Format


Ältere Meldungen 2009 – 2017

Alle älteren Meldungen von 2009 bis 2017 zum Thema Euthanasie, Zwangssterilisation und der Arbeit der AG-BEZ finden Sie in unserem Archiv.