Neuigkeiten zum Thema Euthanasie, Zwangssterilisierung und der Arbeit der AG-BEZ

Stand: 29.02.20

Hier finden Sie (un-)regelmässig Neuigkeiten zum Thema Euthanasie, Zwangssterilisierung und zu unserer Arbeit. Falls Sie etwas zu dieser Rubrik beitragen möchten, nehmen wir dies gerne entgegen!

Infos bitte an E-Post: webmeister(at)ag-bez.de

 

Aktuell 2020

29.02.2020: Film: „Die Unfruchtbarmacher“ – Dokumentarspiel in Form einer szenischen Lesung des AK-Justiz Mannheim vom 27. März 2019 online abrufbar

Werbebild DVD "Die Unfruchtbarmacher" szenische Lesung AKJM Mannheim

Werbebild DVD „Die Unfruchtbarmacher“ – szenische Lesung AKJM Mannheim

Ab sofort ist in unserer Filmrubrik den Film „Die Unfruchtbarmacher“ online abrufbar. Es ist ein Dokumentarspiel in Form einer szenischen Lesung des Arbeitskreis Justiz und Geschichte des Nationalsozialismus in Mannheim e.V. (AKJM) vom 27. März 2019.

Die szenische Lesung „Die Unfruchtbarmacher“ schildert an Hand von drei Beispielen, wie die Opfer der NS-Zwangssterilisierung in den bürokratischen Mühlen des NS-Systems behandelt und auch nach 1945 nicht als Opfer anerkannt und entschädigt wurden.

Der Film ist als DVD erhältlich und hier mit freundlicher Genehmigung des AKJM online abrufbar.

Zum Film „Die Unfruchtbarmacher“


28.02.20: Bundesverfassungsgericht: Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung verfassungswidrig

Symbolbild SterbehilfeAm 26. Februar 2020 hat das Bundesverfassungsgericht sein Urteil zu § 217 Strafgesetzbuch (StGB) verkündet. Demnach ist das in 2015 vom Deutschen Bundestag beschlossene Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung verfassungswidrig und nichtig.

„Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 1 Absatz 1 GG) umfasst ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Dieses Recht schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und hierbei auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen. Die in Wahrnehmung dieses Rechts getroffene Entscheidung des Einzelnen, seinem Leben entsprechend seinem Verständnis von Lebensqualität und Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz ein Ende zu setzen, ist im Ausgangspunkt als Akt autonomer Selbstbestimmung von Staat und Gesellschaft zu respektieren“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gerichts.

Das Urteil dürfte weitreichende Folgen haben und wird nun weitere politische Debatten nach sich ziehen.

Mehr in einem ausführlichen Themenspecial zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung auf www.sterbehilfe-debatte.de


17.02.2020: Säuglingsmorde im Kinderkrankenhaus „Sonnenschein“ im Nationalsozialismus – eine Chronologie der Forschung

Das Landeskriminalamt Düsseldorf ermittelt seit Sommer 2019 zur offenen Frage von Säuglingsmorden im Kinderkrankenhaus „Sonnenschein“ im Nationalsozialismus. Claus Melter liefert auf 6 Seiten eine Chronologie der Forschung.

PDF-SymbolDas Landeskriminalamt Düsseldorf ermittelt seit Sommer 2019 bis heute zur offenen Frage von Säuglingsmorden im Kinderkrankenhaus „Sonnenschein“ im Nationalsozialismus – eine Chronologie der Forschung
Claus Melter
hier veröffentlicht 17.02.2020, (6 Seiten, PDF-Format)


Aktuell 2019:

04.11.19, ergänzt am 18.01.20: Trauer um Dorothea Buck (102)

Dorothea BuckAm 09. Oktober 2019 verstarb im Alter von 102 Jahren Dorothea Buck in Hamburg. Frau Buck war Mitgründerin des Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten e.V. (BEZ) 1987, Mitgründerin und Ehrenvorsitzende des Bundesverbands der Psychiatrie-Erfahrenen sowie Bildhauerin und Autorin. In der Zeitung „Eppendorfer – Zeitung für Psychiatrie und Soziales“ gibt es einen ausführlichen Nachruf zum Wirken von Dorothea Buck. Ebenso im Newsletter Behindertenpolitik Nr. 79 vom Dez. 2019.

PDF-SymbolNachruf auf Dorothea Buck: „Die Beziehungslosigkeit der Psychiater zu ihren Patienten widersprach allem Menschlichen“
Newsletter Behindertenpolitik, Dez. 2019 – Nr. 78

Trauer um Dorothea Buck
Dorothea Buck, Ehrenvorsitzende der Psychiatrie-Erfahrenen, ist am 9. Oktober gegen 9 Uhr morgens in Hamburg gestorben. Sie sei „sanft entschlafen“, berichtete auf EPPENDORFER-Anfrage Alexandra Pohlmeier.
EPPENDORFER 09.10.19

Siehe ergänzend:

05.04.17: Kampf für Reform der Psychiatrie – NS-Opfer Dorothea Buck wird 100

Von Stephanie Lettgen, dpa
Zwangssterilisation, Dauerbäder, Beruhigungsspritzen – in der NS-Zeit erlebt die psychisch erkrankte Dorothea Buck Schreckliches. Seither setzt sich die Hamburger Bildhauerin und Autorin unermüdlich für Veränderungen in der Psychiatrie ein. Nun feiert sie den 100. Geburtstag.
Anm.: Klara Nowak und Dorothea Buck gründeten zusammen mit anderen Betroffenen 1987 den Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten (BEZ).

Zum Artikel zum 100. Geburtstag von Dorothea Buck


29.08.19: Programmhinweis: BEZ-Interview im Deutschlandfunk

Am Do., den 29.08.2019 gab es im Deutschlandfunk (DLF) von 19:15 Uhr bis 20:00 Uhr in der Sendung „Zeitzeugen im Gespräch“ ein Gespräch mit Margret Hamm vom Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten. Die Sendung ist danach auf der Webseite des DLF online abrufbar.

» Mehr zur Sendung „Zeitzeugen im Gespräch“ auf der Webseite des Deutschlandfunk zum Nachhören und Nachlesen


Meldungen 2009 – 2019

Weitere Meldungen von 2009 bis 2019 zum Thema Euthanasie, Zwangssterilisation und der Arbeit der AG-BEZ finden Sie in unserem Archiv.