Buchempfehlungen / Literatur zum Thema Euthanasie und Zwangssterilisierung

Biografisches

Stand 18.12.16

Hier finden Sie eine Auswahl an biografischen Büchern zum Thema Euthanasie und Zwangssterilisierung. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird demnächst weiter ergänzt.

cover

Nina Schulz / Elisabeth Mena Urbitsch
Spiel auf Zeit. NS-Verfolgte und ihre Kämpfe um Anerkennung und Entschädigung
Reportagen in Text und Bild
368 Seiten, 118 Fotos
Verlag: Assoziation A
ISBN 978-3-86241-451-2

Darin der Beitrag:

Hasenbrote – Deutschland.
Bis heute werde Zwangssterilisierte und „Euthanasie“-Geschädigte entschädigungsrechtlich nicht den anderen NS-Verfolgten gleichgestellt. (Seite 146 im folgenden Buch)

Zum Buchinhalt: Siehe Verlagsinfo


cover„Haltet mich in gutem Gedenken“
Erinnerung an Oberurseler Opfer des Nationalsozialismus

Autoren: Angelika Rieber und Eberhard Laeuen

120 Seiten, 30×21 cm
Verlag: Verlag Spurensuche Oberursel, November 2015
ISBN: 978-3-00-050714-4
Sprache: Deutsch

Zum Inhalt: (Aus der Verlagsinfo)

Wer waren die Oberurseler, die Opfer von Rassismus und Intoleranz wurden? Was hat sie mit dieser Stadt verbunden? Was haben sie erlebt und erlitten? Welche Wege und Auswege haben sie gesucht, um der Verfolgung zu entgehen?

Dieses Gedenkbuch erinnert an Menschen, die einmal in Oberursel gelebt haben und in der Zeit des Nationalsozialismus deportiert und ermordet oder in den Tod getrieben wurden. Im Mittelpunkt dieses Buches stehen ihre Biographien. Die Lebensgeschichten der Verfolgten und ihrer Familien werden nachgezeichnet und soweit als möglich erzählt. Jede Biographie ist eine abgeschlossene Lebensgeschichte, das Erinnerungsbuch ein Lesebuch.

Die beiden Autoren, Angelika Rieber und Eberhard Laeuen, haben bei ihrer jahrelangen Forschung eine Vielzahl unterschiedlichster Quellen erschlossen und ausgewertet. Eberhard Laeuen recherchiert die Schicksale von Opfern der NS-Euthanasie, während sich die Forschung von Angelika Rieber mit den Opfern jüdischer Herkunft beschäftigt. Noch am Anfang steht die Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit den Schicksalen politischer Gegner.

Eng verbunden ist das vorliegende Buch mit dem Opferdenkmal am Hospitalplatz in Oberursel. Aus Anlass der Fertigstellung dieses Denkmals haben die beiden Autoren, Gründungsmitglieder der Initiative, die Schicksale der Opfer zusammengestellt und beschrieben und möchten damit die Opfer „in gutem Gedenken halten“.

Bestellungen und Anfragen beim Verlag: kontakt@spurensuche-oberursel.de


CoverPDF Diagnosen von Gewicht. Innerfamiliäre Folgen der Ermordung meiner als ›lebensunwert‹ diagnostizierten Urgroßmutter
30 Seiten, Online Auszug des Beitrags von Andreas Hechler mit freundlicher Genehmigung des Verlages, erschienen in dem Band:

Gegendiagnose
Beiträge zur radikalen Kritik an Psychologie und Psychiatrie
Cora Schmechel, Fabian Dion, Kevin Dudek, Mäks* Roßmöller (Hg.)
Sammelband der Reihe „Get well soon. Psycho_Gesundheitspolitik im Kapitalismus“, Band 1
344 Seiten, 19.80 EUR [D]
Verlag: Edition Assemblage
ISBN 978-3-942885-80-5 | WG 973
Neuerscheinung September 2015


coverLebensspuren
Biografische Skizzen von Opfern der NS-Tötungsanstalt Hartheim
Florian Schwaninger und Irene Zauner-Leitner (Hrsg.)

Broschiert: 230 Seiten
Verlag: Studienverlag
Auflage: 1. Aufl. mit zahlreichen s/w- und Farbabbildungen (20. Juni 2013)
ISBN-13: 978-3706552943
Sprache: Deutsch

Zum Inhalt: (Aus der Verlagsinfo)
In den Jahren 1940 bis 1944 wurden in der NS-Euthanasieanstalt Hartheim rund 30.000 Menschen als „lebensunwertes Leben“ ermordet. Aus dieser Fülle von Einzelschicksalen werden in diesem Band 26 Biografien näher vorgestellt.

Ausführliche Infos beim Verlag


coverAnnas Spuren
Ein Opfer der NS-„Euthanasie“
von Sigrid Falkenstein
Unter Mitarbeit von Prof. Dr. Dr. Frank Schneider

Verlag: Herbig Verlag, München, 1. Auflage, Juni 2012
192 Seiten
ISBN: 978-3-7766-2693-3
Sprache: Deutsch

Zum Inhalt: (Aus dem Vorschautext des Verlags)
Per Zufall stößt sie auf ein Familiengeheimnis: Anna war geistig behindert; die Nazis vollstreckten an ihr 1940 den »Gnadentod « in der Gaskammer von Grafeneck. Als Sigrid Falkenstein den Namen ihrer Tante auf einer Tötungsliste im Internet findet, beginnt sie zu recherchieren: Aus dem Familiengedächtnis, mithilfe alter Fotos und durch das Studium von Patientenakten rekonstruiert sie Annas tragische Lebensgeschichte, um sie gemeinsam mit dem Psychiater Frank Schneider in einen größeren Kontext zu stellen. Annas Tod steht für den Massenmord an etwa 300 000 psychisch kranken, geistig und körperlich behinderten Menschen, die im Sinne der Rassen- und Erbhygiene vernichtet wurden. …

Über ihre persönliche Spurensuche hinaus thematisiert die Autorin den gesamtgesellschaftlichen Umgang mit Zwangssterilisation und „Euthanasie“ von 1945 bis heute. Dabei schildert sie den Weg ihrer Erinnerungsarbeit vom Ruhrgebiet, über Bedburg-Hau und Grafeneck bis hin zum „Euthanasie“-Gedenkort an der Philharmonie in Berlin.


coverPDF „Meine Decke schlägt niemand mehr zurück“
Von Ordensschwestern geprügelt, von den Nazis zwangssterilisiert: Der Paderborner Karl-Heinz Warneke starb mit 81 Jahren
Von Wolfgang Stüken

Neue Westfälische – Paderborn (Kreis) 03.02.12
Hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verlages.


cover„… die Blumen haben fein geschmeckt“
Das Leben meiner Urgroßmutter Anna L. (1893-1940)
Daniela Martin

Verlag: Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Dresden 2010
(Reihe: Lebenszeugnisse – Leidenswege, Heft 21)
112 Seiten
ISBN 978-3-934382-23-7
Sprache: Deutsch

Zum Inhalt (Quelle: Stiftung Sächsische Gedenkstätten)

Die Kölner Journalistin Daniela Martin berichtet in der gründlich recherchierten Biografie ihrer Großmutter Anna L. (1893-1940) über deren Krankenschicksal in über 20 Jahren Psychiatrieaufenthalt. Der Lebensweg wird vor allem anhand einer großen Zahl von persönlichen Briefen und Korrespondenzen nachgezeichnet. Das Leben der Anna L. fand schließlich ein gewaltsames Ende im Rahmen der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein.

Der Lebensbericht wirft gleichzeitig ein Schlaglicht auf die Situation von psychisch Kranken in den Jahren des Ersten Weltkrieges, der Weimarer Republik sowie während der NS-Zeit. Er macht auch die zunehmende Vernachlässigung und Unterversorgung der Kranken während des Nationalsozialismus deutlich. Damit beleuchtet er ein bisher kaum biografisch aufgearbeitetes Kapitel der Psychiatriegeschichte in Deutschland.

Der Autorin gelingt der Spagat zwischen ihrer Rolle als Hinterbliebene, die eine außergewöhnliche Empathie zum Schicksal ihrer Urgroßmutter erkennen lässt, und als Journalistin, die die objektiven Tatsachen auf der Grundlage von gesicherten Erkenntnissen darstellt.

Weitere Informationen auf der Buchwebseite der Autorin


coverBetriebsausflug in die Gaskammer
Bernhard Selting

Verlag: MDS-Verlag 2011
256 Seiten
ISBN: 978-3-9811121-2-2
Sprache: Deutsch

Klappentext:
Krankheitsbild „Schizophrenie“ – eine häufige und leichtfertig gestellte Diagnose während der Zeit des Nationalsozialismus, und noch dazu eine äußerst folgenschwere. Denn nicht selten war sie für den Betroffenen ein Todesurteil. So auch im Falle Peter Verhaelen, der als Matrose noch den Ersten Weltkrieg überlebt hatte, dann aber in die Fänge der Psychiatrie geriet und getötet wurde.

Knapp 70 Jahre später macht sich sein Neffe, Bernhard Selting, auf, um die wahren Hintergründe von Peters Schicksal zu erfahren. Schritt für Schritt beschreibt er in der vorliegenden Familiengeschichte den grausamen Leidensweg seines Onkels durch die Euthanasie und die geschichtlichen Hintergründe, vor denen sich Peters zu kurzes Leben abspielte.

Über den Autor:
Bernhard Selting, geboren 1938, Dipl.-Ing., war 21 Jahre im Fahrzeugbau tätig, davon acht Jahre im Ausland. Danach arbeitete er fast zwei Jahrzehnte selbständig als Beratender Ingenieur. Mit dem Ruhestand fand er Zeit, sich näher mit seiner Familiengeschichte zu befassen, und begann mit den Recherchen für das vorliegende Buch.


coverSperlingskinder
Faschismus und Nachkrieg: Vergessen ist Verweigerung der Erinnerung!
Antje Kosemund

Verlag: VAS-Verlag 2011
184 Seiten mit Fotos
ISBN: 978-3-89965-494-3
Sprache: Deutsch

Kurztext:
Antje Kosemund erzählt die Geschichte ihrer Familie. Ihre Erinnerungen und ihr Wirken bis in die Gegenwart sind Zeugnis für ein widerständiges Leben – gegen die Verdrängung der Wunden, die Faschismus, Kriegszeit und Nachkriegszeit bei vielen Opfern und ihren Angehörigen hinterlassen haben.

Das von der Autorin beschriebene Lebensbild reicht zurück bis zum November 1932, als die Hitler-Diktatur bereits ihre Schatten voraus warf. Die Verhaftung des Vaters Bruno Sperling durch die Gestapo im Mai 1933, die Ängste und Einschränkungen während der NS-Zeit wurden zu prägenden Erfahrungen.

Sie haben Antje Kosemund nicht entmutigt – im Gegenteil. Die letzten Worte der früh verstorbenen Mutter, »Pass gut auf die Kleinen auf«, wurden ihr zur Verpflichtung. Ein Schwerpunkt ihrer Geschichte ist daher die Gedenkarbeit für die lange vergessene Schwester Irma, die als Kind dem »Euthanasie«-Mordprogramm der Nazis zum Opfer fiel. Die Kraft und Hartnäckigkeit, die notwendig waren, um ihr und ihren Leidensgefährtinnen endlich einen würdigen Gedenkort zu schaffen, zeigt: Erinnerung kann befreiend sein!

Über die Autorin:
Antje Kosemund, geboren in Hamburg 1928, ist seit mehr als 20 Jahren im Landesvorstand Hamburg der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. aktiv. Außerdem ist sie Mitglied im Stiftungsrat des Auschwitz Komitees und im Beirat der Hamburger Stiftung für NS-Verfolgte. Seit etwa 20 Jahren hält Antje Kosemund Vorträge in Fach- und Gesamtschulen, Gewerkschaften und anderen Organisationen und setzt sich für ein würdiges Erinnern an die Opfer der Euthanasie in der NS-Zeit ein.


cover„Heimgeholt ins Reich“
Kindheitserinnerungen an die Nazizeit
von Waltraud Geckeler

Verlag: Verlag des Biographiezentrums
Gebundene Ausgabe: 79 Seiten
Auflage: 1. Aufl. 2010
ISBN: 978-3-940210-48-7
Sprache: Deutsch

Aus dem Klappentext:
Waltraud Geckeler ist vier Jahre alt, als sie 1933 bei Nacht und Nebel ihren Heimatort Winterkasten im Odenwald verlassen muss und mit ihrer Mutter nach Frankreich flieht. Der Vater findet als Euthanasie-Opfer der Nazis in Hadamar den Tod, während die Mutter wegen ihrer politischen Gesinnung denunziert wird. In Frankreich versucht die kleine Familie, sich wieder etwas aufzubauen und fasst vorsichtig Fuß. Doch nach neun Jahren, in denen aus Waltraud „Catherine“ geworden ist und sie perfekt Französisch gelernt hat, wird die Familie als Reichsdeutsche vom Führer „heimgeholt“.

Die Rückkehr nach Deutschland ist ein Schock für sie. Im Alter von einundachtzig Jahren macht Waltraud Geckeler sich daran, die ungewöhnliche Geschichte ihrer Kindheit aufzuarbeiten. Berührend und unmittelbar erzählt sie, wie sie zerrissen zwischen zwei Welten aufwuchs, oft nicht wissend, wohin sie eigentlich gehört.


coverHugo. Der unwerte Schatz
Erzählung einer Kindheit
Von Tino Hemmann

Verlag: Engelsdorfer Verlag
Gebundene Ausgabe: 408 Seiten
Auflage: 3., überarb. Aufl. (5. August 2009)
ISBN-13: 978-3869015002
Sprache: Deutsch

Zum Inhalt: (Verlagstext)
Die Jagd eines Leipziger Professors nach dem Gehirn eines im Grunde genommen gesunden Kindes. – Dem sächsischen Schriftsteller Tino Hemmann gelingt mit seinem Roman „Hugo. Der unwerte Schatz“ ein beeindruckendes Gemälde des Naziterrors, das zur Pflichtlektüre an den Schulen gehören sollte.

Ausführliche Informationen auf der Verlagsseite.

Anm.: Das Buch gibt es auch als Hörbuch (Auszug auf youtube).


coverMaries Akte – das Geheimnis einer Familie
von Kerstin Schneider

Verlag: weissbooks
Gebundene Ausgabe: 286 Seiten
Auflage: 1. Aufl. (8. September 2008)
ISBN: 978-3-940888-02-0
Sprache: Deutsch

Aus dem Klappentext:
Über Marie wird in der Familie nicht geredet. 19 Jahre alt ist die Autorin, als sie zum ersten Mal von der Existenz ihrer Großtante Marie erfährt. Sie wagt nicht nachzufragen. Da schlummerte etwas in der Familiengeschichte, woran man besser nicht rührte. Fast 20 Jahre später macht sich Kerstin Schneider, inzwischen Journalistin, auf die Suche nach ihrer Großtante Marie, von der sie inzwischen weiß, dass sie von den Nazis umgebracht worden sein soll. Bei ihrer Spurensuche stößt sie auf viele kleine, sorgsam gehütete Familiengeheimnisse… Am Ende der Spurensuche gelingt es der Autorin, Maries mutmaßlichen Mörder ausfindig zu machen, und sie enthüllt einen bislang unbekannten Skandal um einen NS-Verbrecher.


coverLeuchtende Irrsterne – Das Branitzer Totenbuch
„Euthanasie“ in einer katholischen Anstalt
Text und Gedichte von Barbara Degen
Bilder von Adelheid Rost

Verlag: VAS-Verlag für Akademische Schriften 2005
228 Seiten
ISBN 3-88864-402-X
Sprache: Deutsch

Zum Buch: (Verlagsinfo)
Nach jahrelangem Suchen und Forschen hat die Autorin das Schicksal ihres Großvaters klären können, der 1941 aus der katholischen Heil- und Pflegeanstalt Branitz/Oberschlesien deportiert und wenige Tage später in Waldheim/Sachsen ermordert wurde.
Sie entdeckte, dass ihr Großvater aus einer polnisch-jüdischen Familie stammte; eine Tatsache, die in ihrer Familie mit noch größeren Schweigetabus belegt war als die Geisteskrankheit des Großvaters und seine Ermordung.
Bei Ihren Forschungen stellte sie auch fest, dass Branitz ab 1941 Reservelazarett wurde, in dem zeitweise über 5000 Soldaten untergebracht waren. Sie stieß auf die Tötung nicht nur geisteskranker, sondern auch lungenkranker Soldaten des 2. Weltkrieges und auf Medizinexperimente sowie Tötungen in der Anstalt selbst.
Die Stimme der Betroffenen, die aus den Patientenakten hörbar wird, nimmt einen breiten Raum ein und vermittelt ein be­wegendes und widersprüchliches Bild vom Leben in einer psychiatrischen Anstalt. Damit will das Buch auch einen Beitrag zur Differenzierung und Vertiefung der Sicht auf die NS- Problematik der „Zwangssterilisation“ und „Euthanasie“ leisten.
Dort wo Tiefendimensionen der angeschnittenen Probleme mit den herkömmlichen wissenschaftlichen Methoden nicht mehr zu erfassen sind, hat die Autorin Gedichte geschrieben, die eine unmittelbar sprachlich-sinnlichere Ebene eröffnen.

Zur Autorin:
Barbara Degen, Dr.jur., geb. 1941, im Todesjahr ihres Großvaters, lebt und arbeitet in Bonn, u.a. als Rechtsanwältin, und ist bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen in ihren Fachgebieten „Betriebsverfassungsrecht“, „Gleichstellungsrecht“ und „Recht gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“. Sie ist Initiatorin des „Feministischen Rechtsinstituts“ und arbeitet in der Initiative für ein „Haus der Frauengeschichte“ in Bonn mit. 1974 und 1977 war sie wegen ihrer damaligen DKP-Zugehörigkeit von zwei Berufsverboten betroffen. Seit Mitte der 80er Jahre ist sie auch literarisch tätig und schreibt u.a. Kabarettprogramme („Justitia kotzt!“). 2003 hat sie ihren ersten Gedichtsband „Die Brennesselzukunft“ herausgegeben.


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